Fragen und Antworten

... zum akademischen Studiengang der Podologie in Deuschland

Immer wieder stellt sich bei vielen Interessenten zum Studiengang Podologie die Frage; Was nützt und bringt mir dieses Studium? Viele haben gerade erst ihre Podologieschule erfolgreich absolviert und wollen in die Praxis und somit in die Umsetzung ihres erlenten Wissens und der praktischen Podologie.

Andere sind seit Jahren erfolgreiche Podologen, haben ausgebuchte Terminkalender und eigentlich zufrieden mit dem, was das heutige Berufsbild der Podologie bietet. Warum also noch ein dreijähriges Bachelor-Studium und wohl möglich noch zwei weitere Jahre für ein Master-Studium in der Podologie?

Viele fragen sich, was erfahre ich mehr, welchen Mehrwert erziele ich durch dieses Studium und was kommt eigentlich danach - nur ein Titel? All dies sind Fragen, die zu beantworten sind. Jeder kann sich mit diesen Informationen sein eigenes Bild machen, ob er diese berufliche und qualifizierte Herausforderung annimmt und sich für den Studiengang entscheidet und schließlich anmeldet.

Warum ein akademischer Studiengang für Podologie?

Das Podologengesetz ist nunmehr über 10 Jahren in Kraft und gab dem medizinisch arbeitenden Fußpflegern erstmals die Möglichkeit aufgrund gesetzlicher Basis und durch den Titelschutz Podologin bzw. Podologe, eine abgrenzende Medizinische Fußpflege gegenüber der kosmetischen Leistung Fußpflege auszuüben.

Dieses Podogengesetz erlaubt auch die Tätigkeit der Podologie, außerhalb Deutschlands in Europa, vorausgesetzt man hat die staatliche Zulassung als Podologin oder Podologe.

Doch in manchen Stasten Europas sind die Ausbildungen ganz anders geregelt als bei uns. In Spanien, Italien, den Niederlanden, Portugal und anderen Ländern, wird die podologische Ausbildung über akademische Studiengänge erlernt. Sogenannten Bachelor- und Masterstudiengänge der Podologie, mit einem sehr hohen Anspruch an wissenschaftlichen und schulmedizinischen Grundlagen.

Mit dem neuen Möglichkeiten des Bologna-Prozess, einer europaweiten Harmonisierung von Studiengängen und –abschlüssen, hat sich auch für Deutschland, erstmals die große Möglichkeit geboten, einen Studiengang Podologie zu errichten. Mit diesem Studiengang reiht sich Deutschland ein, in die globale, internationale Podologie (Podiatric Medicine).

 

Was kann ich mit diesem Studium anfangen?

Zunächst müssen Sie wissen, daß dieses Studium der Podologie eine qualitätsaufbessernde, akademisierte Richtung beiinhaltet. Es gibt zur Zeit in Deutschland für die Ausbildung der Podologie nur Podologieschulen, welche nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Regeln ausbilden. Das Podologiestudium ersetzt zur Zeit noch keine Grundausbildung der Podologie, sondern baut auf dieser qualifizierend auf. Mit anderen Worten bedeutet dieses, Sie sollten Podologin oder Podologe sein, oder sich noch in der Ausbildung zu diesem Beruf befinden.

Dies ist zumindest der heutige Zugangsweg zu dem Studium, welcher sich aber auch in den kommenden Jahren, hin zu einem ausbildungsorientierten Studiengang entwickeln wird.

Wer denkt; der Titel eines Bachelor- oder Master of Sience sei das eigentliche Ziel, der irrt gewaltig. Zwar steht am Schluss ein akademischer Titel, aber der Inhalt und der Mehrwert dieses Studium, macht den Aufwand aus.

Ein akademische Podologiestudium arbeitet auf einer wissenschaftlichen Basis, also die Studenten beschäftigen sich tiefgründig mit Themenbereichen der gesamten Podologie; nicht nur der Podologie Deutschlands, sondern der gesamten internationalen Podologie. Jedoch Ziel ist es, auch für Deutschland diesen podologischen-wissenschaftlichen Mehrwert zu integrieren um diesen somit praxisnah umzusetzen.

Deshalb werden wohl in naher Zukunft, akademische Podologen in unserem gesamten Gesundheitswesen beschäftigt, gesucht und verlangt werden. Ob in Krankenhäusern mit Schwerpunktabteilungen, medizinischen Versorgungszentren oder bei Krankenkassen, Behörden und Ämtern. Überall dort, wo eine Administration in Punkto Podologie gebraucht wird, wird diese durche eine akademische Podologin oder akademischen Podologen besetzt werden.

Podolgische Akademiker werden sicherlich in der Zukunft unser Gesundheitssystem mehr und positiver mitprägen, als dies heute vorstellbar ist.

 

Brauchen wir dieses Podologiestudium neben der Podologieschule?

Das Podologiestudium ersetzt nicht die Podologieschule und dies gilt auch in umgekehrter Folge. Aber ein höher qualifiziertes Studium gibt es in vielen Bereichen. Gerade im Handwerk, der Industrie aber auch in vielen Bereichen des Gesundheitswesens gibt es Ausbildungsberufe und akademische Studiengänge. Keine dieser Bildungswege mit ihren unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen, kann den jeweiligen anderen ersetzten; mit der Ausnahme von ein paar wenigen Berufen, wie zum Beispiel dem der Ärztin oder des Arztes.

Die podologische Grundausbildung durch eine Podologieschule ist somit auf jeden Fall angezeigt und sollte die derzeitige Ausgangsbasis für der Podologiestudium dastellen.

 

Habe ich auch die Chancen nach dem Studium in einer Weise wissenschaftlich tätig zu werden?

Ja, das haben Sie auf jeden Fall. Die Möglichkeiten nach dem Studium der Podologie sind noch sehr ungeahnt, aber wie bereits oben beantwortet sehr vielfaltig und interessant. Sie können aber auch wie jeder andere Akademiker die interne wissenschaftliche Forschung in dem Fach Podologie begleiten und vorantreiben. Das kommt letztendlich der gesamten Podologie zugute.

Zudem besteht die Möglichkeit z. B. in der Regel nach einem Masterstudium, eine Promotion - also einen Doktortitel anzustreben. Aber auch Tätigkeiten im fakultativen Bereich der Lehrtätigkeit stehen strebsamen Absolventen und Bewerbern zur Wahl.

 

Wie sehen dieses Studium die anderen medizinischen Berufe?

Im Grunde sehr wohlwohlend bis fordernd. Unser Gesundheitsystem verlangt immer Anforderungen an sich selbst und deren Bestandteile. Somit steht auch gerade die Schulemedizin diesem akademischen Beruf sehr wohlwollend gegenüber. Somit verdient die akademische Podologie immer mehr an Augenhöhe zur Medizin, mit ihren voranschreitenten neuen Erkenntnissen aufgrund Foschung und Wissenschaft.